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ARCHIV 2006 - Februar 2014
Einführung in die Transcend Konfliktbearbeitungsmethodik
Workshop im Rahmen der Reihe "Methoden der Konfliktbearbeitung"

TRANSCEND ist ein internationales Netzwerk von WissenschaftlerInnen und KonfliktbearbeiterInnen, die konkrete Friedens- und Entwicklungsarbeit leisten. Es ist eine Non-Profit-Organisation mit Stützpunkt in Princeton, New Jersey/USA und diversen regionalen Zentren. Es soll um ein deutschsprachiges Zentrum mit den beiden Pfeilern Hagen und Wien ergänzt werden. Im April 2001 konstituierte sich in Wien eine Initiativgruppe für den Aufbau von TRANSCEND Wien, das mit dem Institut Frieden und Demokratie der FernUniversität Hagen kooperieren wird.
TRANSCEND war u.a. bei der Suche nach konkreten Konfliktlösungen in Jugoslawien, im Kaukasus, in Korea, Kolumbien und China/Taiwan engagiert. Verschiedene Organisationen wie IPPNW (International Physicians for Prevention of Nuclear War), die Roma in Europa, Rotary International und die WHO (Weltgesundheitsorganisation) haben TRANSCEND in Fragen der Friedensarbeit konsultiert.

Mitbegründer und Direktor von TRANSCEND ist JOHAN GALTUNG, der auch in Deutschland bekannte norwegische Friedens- und Konfliktforscher. 1930 in Norwegen geboren, gründete er 1959 das Internationale Friedensforschungsinstitut Oslo (PRIO), das erste seiner Art in Europa. Als Gast- und Honorarprofessor lehrte Johan Galtung an mehr als fünfzig Universitäten rund um die Welt, wurde 1987 mit dem Right Livelihood Award, dem alternativen Friedensnobelpreis, ausgezeichnet und gilt als einer der Begründer der Friedens- und Konfliktforschung. Er ist Kursautor der FernUniversität und erhielt in diesem Jahr den Ehrendoktortitel des Fachbereichs Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften.
FriedensforscherInnen sowie Friedens-AktivistInnen ist Johan Galtung zumindest durch die Einführung der Begriffe der direkten und strukturellen Gewalt bekannt geworden. Diese ebenso analytisch wie praktisch bedeutsame Unterscheidung im Gewaltbegriff hat er vor einigen Jahren durch eine weitere Differenzierung bereichert: durch die Einführung des Begriffes der kulturellen Gewalt. Diese dient der Rechtfertigung direkter und struktureller Gewalt, kann die beiden letzteren allerdings auch generieren. Sie gründet oft in tiefsitzenden, in der Regel öffentlich nicht thematisierten Überzeugungen und Einstellungen, die für das Konfliktpotenzial und -verhalten von Kulturen, Nationen und Gruppen womöglich entscheidend sind. Dieses tiefenkulturelle Gewaltpotenzial aufzudecken, dient somit nicht nur einem besseren, weil umfassenderen Verständnis von Konflikten, sondern ebenso der angemesseneren Bearbeitung potenziell gewalttätiger Konflikte.

"Konflikttransformation mit friedlichen Mitteln" (Johan Galtung) basiert auf drei Schlüsselkompetenzen, die auch ein spezielles Training erfordern:
  • Empathie
  • Kreativität
  • Gewaltfreiheit
Bei der schrittweisen Konfliktbearbeitung konzentriert sich die TRANSCEND-Methode auf drei Hauptkomponenten:
  • die Lösung des zugrundeliegenden Konflikts
  • die Wiedergutmachung der reversiblen Schäden
  • die Versöhnung der Konfliktparteien.
Entscheidend dabei ist die Rolle des Bewußtseins: die Transformation der Konflikte erfordert die Fähigkeit zu ihrer Transzendenz durch die Konfliktparteien. Die Rolle des Konfliktvermittlers besteht darin, diese Fähigkeit zur Transzendenz zu fördern. Ganztägiger Workshop mit: Dr. Monika Lauer-PerezTermin: Samstag, 20. Oktober 2007, 9.30 bis 18.30 Uhr Veranstaltungsort: ESG Maburg Rudolf-Bultmann-Str. 4 35039 Marburg (Nähe Waggonhalle) Anmeldung: Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt. Deshalb ist eine Anmeldung bis spätestens Freitag, 19. Oktober, 12.00 Uhr unbedingt erforderlich. Anmeldung bei: Karoline Weber/ Nils Saniter/ Naakow Grant-Hayford Referat für interkulturelle Konfliktforschung c/o AStA Marburg Erlenring 05 35037 Marburg vortragsreihe@gmx.dehttp://www.konfliktforschung.org/Veranstalter:  Karoline Weber/ Nils Saniter/ Naakow Grant-Hayford Referat für interkulturelle Konfliktforschung des AStA Marburg in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V.

 

Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung