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ARCHIV 2006 - Februar 2014
Gerechtigkeit und Inklusion
Impulse aus dem Werk von Iris M. Young Tagung

Die amerikanische Philosophin Iris Marion Young (1949-2006) zählt zu den einflussreichsten Autorinnen der zeitgenössischen Politischen Theorie, die ihr egalitäre, feministische und radikaldemokratische Impulse verdankt. Zwei zentrale Motive aus ihrem Werk nimmt die Tagung Gerechtigkeit und Inklusion auf: Die Inklusion in demokratische Prozesse und die Verbindung von lokaler mit globaler Gerechtigkeit. Iris Young schreibt über öffentlich zugängliche Debatten, an denen sich politisch Verantwortliche ebenso beteiligen wie Bürgerinnen und Bürger. Man unterbreitet einander Vorschläge, um sich gegenseitig von der besten Lösung für ein gemeinsames lokales Problem zu überzeugen. Wer achtet darauf, daß die Betroffenen tatsächlich teilnehmen? Wie kann dafür gesorgt werden, daß alle auch Gehör erhalten? Young macht eine Reihe von Vorschlägen, wie diejenigen einbezogen werden können, die zuvor eher am Rand standen. Doch Young beschränkt ihre Überlegungen nicht auf die Region: Ihr Denken bewegt sich von der sozialen zur politischen Praxis, von der Nahbeziehung zur Weltpolitik, vom Lokalen zum Globalen. In ihrem letzten Buch, Global Challenges, schlägt sie neue Formen internationaler Beziehungen vor: Nicht der Weltstaat in Form globaler Institutionen ist ihr Ziel, sondern sie vertraut der Selbstorganisation regionaler Kollektive in dezentralen Strukturen. Young fragt, ob Menschen in einem Teil der Welt die Arbeitsbedingungen im anderen Teil der Welt bedenken sollen und verbindet die Frage der Gerechtigkeit zunehmend mit der Frage der Verantwortung. Sie fordert dazu auf, Verantwortung für globale Gerechtigkeit zu übernehmen. ProgrammSamstag, 13. Oktober 200710:00 Einführung: Motive aus dem Werk von Iris YoungPeter Niesen (Darmstadt) 10:45 Panel I: Demokratie und InklusionElisabeth Conradi (Göttingen): Inklusion in demokratische Debatten - von der sozialen zur politischen Praxis Sandra Seubert (Potsdam): Kampf um Verschiedenheit. Unzivile Potenziale einer ´Politik der Differenz` Ina Kerner (Berlin): Der Körper als Provokation. Iris Marion Young über somatische Erfahrungen, Theorie und Praxis Dirk Joerke (Greifswald): Radikaldemokratische Motive in Youngs Demokratietheorie Gary S. Schaal (Stuttgart): Youngs ´Communicative Democracy`aus der Perspektive der empirischen Diskursforschung Leitung: Hilal Sezgin (Barnstedt) 13:15     Mittagspause 15:00 Panel II: Lokale und globale GerechtigkeitSusanne Toensmann (Bremen: Aspekte lokaler Gerechtigkeit Oliver Flügel/Franziska Martinsen (Hannover): Politik und Differenz Regina Kreide (Frankfurt/M.): Gibt es eine gerechte Weise, ein T-Shirt zu produzieren? Verantwortung und globale Gerechtigkeit David Owen (Southampton): Young on Responsibility Leitung: Beate Rosenzweig (Freiburg) 17:30     Kaffeepause 18:00 Abendvortrag Anne Phillips (London School of Economics): Rethinking Responsibility: from Personal to Political Anne Philipps gehört seit Geschlecht und Demokratie (Rotbuch 1995) zu den wichtigsten Autorinnen in der gegenwärtigen Demokratietheorie. zuletzt erschien von ihr Multicuklturalism without Culture (Princeton UP 2007) Termin: Samstag, 13. Oktober 2007, 10.00 bis 20.00 Uhr Veranstaltungsort: Technische Universität Darmstadt Hochschulstr. 1 Gebäude S1/03 (Altes Hauptgebäude), Raum 100 ÖPNV: Vom Hbf Darmsatd mit den Straßenbahnlinien 2 oder 3 bis Haltestelle "Schloss". Von dort ausgeschilderter Fußweg (5 Min.) Veranstalter:  Prof. Dr. Peter Niesen, Dr. Elisabeth Conradi  TU Darmstadt, Sektion für politsche Theorie und Ideengeschichte, DVPW Heinrich Böll-Stiftung Hessen e.V.

 

Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung