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ARCHIV 2006 - Februar 2014

 

Hrsg.: Thomas Hartmann / Margret Krannich

Muslime im säkularen Rechtsstaat - Neue Akteure in Kultur und Politik

 

128 Seiten, Paperback, 2001, 10,00 €
ISBN: 3-86093-311-6 Verlag Das Arabische Buch und: 3-930832-09-7 HGDÖ

 

Das Buch fasst neun Texte zusammen, die – mit Ausnahme des Beitrags von Helma Lutz – auf die Veranstaltungsreihe "Muslime in Deutschland und Europa. Neue Akteure in Kultur und Politik" der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrer Landesstiftungen in Bayern, Berlin, Hessen und Niedersachsen 1999 und 2000 zurückgehen.


Die Publikation setzt sich mit der Tatsache auseinander, dass Muslime inzwischen Teil der westeuropäischen und der deutschen Gesellschaft sind. Dabei ist die Präsenz von Muslimen im öffentlichen Raum der Bundesrepublik erst dabei, sich zu entwickeln. Im Verhältnis zu westeuropäischen Nachbarländern wie Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden sind wir eher Nachzügler; deshalb ist der Blick über den eigenen Tellerrand aufschlussreich, wie die Beiträge von Tariq Ramadan, Tariq Modood, Helma Lutz und Arzu Merali zeigen.


In Deutschland bringt das Zusammenleben mit Muslimen drei zentrale, teilweise unbequeme Themen auf die Tagesordnung: erstens das Verhältnis der Geschlechter, zweitens das Verhältnis zur Religion, und zwar nicht nur als private Angelegenheit, sondern als Frage von religiöser Kultur im öffentlichen Raum und drittens die konkrete Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen Religion und Staat, wie es sich im Prozess der Säkularisierung entwickelt hat.


Auf dem Hintergrund der derzeit in Deutschland stattfindenden Debatte um Fragen und Probleme eines Einwanderungslandes werden theoretische Diskurse über den Umgang mit "Differenz" praktisch: islamischer Religionsunterricht an Schulen, der Bau von Moscheen, die Kopftuch-Debatte und andere Begegnungen im Alltag sind Thema des ersten Teils. Die Konsequenzen für die gesellschaftliche Ordnung, die sich erst in einem theoretischen Diskurs erschließen, werden im zweiten Teil des Buchs behandelt.

 

Mit Beiträgen zur Diskussion in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland von:

  • Navid Kermani: Islam in Europa - neue Konstellationen, alte Wahrnehmungen
  • Birgit Rommelspacher: Der Islam - eine Provokation für das westliche Selbstbild
  • Sabiha El-Zayat: Auf dem Weg zu einem selbstverständlichen Miteinander in einem pluralen Europa
  • Arzu Merali: Über die Fähigkeit der britischen Gesellschaft, Unterschiede zu leben: Vom Alltag der Muslime in der Schule und am Arbeitsplatz – ein Bericht der "Islamic Human Rights Commission"
  • Helma Lutz: Anstößige Kopftücher: Kopftuch-Debatten in den Niederlanden
  • Heiner Bielefeldt Muslime im säkularen Rechtsstaat – vom Recht der Muslime zur Mitgestaltung der Gesellschaft
  • Tariq Modood: Muslime im säkularen britischen Multikulturalismus
  • Tariq Ramadan: Die europäischen Muslime – Wandlungen und Herausforderungen
  • Reinhard Schulze: Westeuropäische Varianten der Säkularisierung – Anmerkungen zu den Beiträgen von Ramadan und Modood

Anhang:
Zum Dialog mit Muslimen – Eine Debatte in der taz mit Beiträgen von Eberhard Seidel, Thomas Hartmann, Ursula Spuler-Stegemann, Micha Brumlik, Ozan Ceyhun

Dieses Buch kann im Buchhandel oder direkt bei der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V. bestellt werden.


 


 

Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung